Das Künstlerkleid um 1900 in Mode, Kunst und Gesellschaft

Auf Freiheit zugeschnitten. Restaurierung des Ludwig von Hofmann Konvoluts

Kunst und Leben sollten eins werden. Danach strebten viele Künstler um die Jahrhundertwende, die sich den Reformbewegungen anschlossen und so auf die Umbrüche in Politik und Gesellschaft reagierten. Die ästhetische Gestaltung wurde zum Mittelpunkt des alltäglichen Lebens und prägte einen neuen Kunstbegriff. Dazu gehörten auch Kleidung und Möbel, die dem modernen Leben angepasst werden sollten.

 

Ergonomische Möbel wurden gestaltet, das Reformkleid entworfen. Individualität und Persönlichkeit bekamen einen neuen Stellenwert in der Gesellschaft und kamen in der Mode zum Ausdruck. Gerade für die Frauen bedeutete das Reformkleid Befreiung und neues Körpergefühl.

Die Kunstmuseen Krefeld präsentieren in einer neuen Sonderausstellung die komplexen Wechselbeziehungen zwischen freier Kunst, Kunsthandwerk, Mode, Fotografie, Tanz und Werbung im Kontext der Reformbewegung und stellen das Künstlerkleid als Teil der Idee des Gesamtkunstwerks vor.

 

Das Reformkleid wird als Sinnbild eines umfassenden gesellschaftlichen Wandels und als zentralen Entwicklungsschritt im Selbstverständnis der modernen Frau thematisiert. Im Zusammenhang mit diesem Ausstellungsprojekt wird die Restaurierung und Passepartourierung des rund 25 druckgrafische Arbeiten umfassenden Bestandes von Ludwig von Hofmann gefördert

Beteiligte Institutionen