Prächtige Familie

Paolo Veroneses Cuccina-Zyklus wird restauriert

Seit ihrer Erwerbung durch Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen im Jahre 1746 ist ein bedeutender Zyklus vier großformatiger Gemälde Teil der Dresdner Gemäldegalerie. Immer waren die Bilder Teil der Dauerausstellung, seit 56 Jahren hingen sie ununterbrochen im Hauptsaal der venezianischen Malerei der Sempergalerie des Dresdner Zwingers. Im laufenden Ausstellungsbetrieb ließen sich nur punktuelle Sicherungen, aber keine Restaurierung durchführen.

 

Aktuelle Baumaßnahmen und die Einrichtung einer temporären Werkstatt für Großformate erlaubten nun endlich eine umfassende Beschäftigung mit dem Cuccina-Zyklus. Die in Venedig ansässige Familie Cuccina hatte den Manieristen Paolo Veronese mit den Gemälden für den zentralen Saal ihres Palastes am Canal Grande beauftragt. Als prächtig gewandete Vertreter der venezianischen Oberschicht präsentiert sich die Familie bei der Anbetung der „Madonna di Cuccina“, die „Anbetung der Könige“ parallelisiert dies in biblischer Zeit. Während die „Hochzeit zu Kanaa“ in zeitgenössischer Pracht eine opulente Tischgesellschaft vorführt, ist die „Kreuztragung Christi“ als Andachtsbild anzusehen.

Mehrere vergilbte und verschmutzte Firnisüberzüge verbergen die ursprüngliche Farbgestaltung Veroneses, darunter warten weitere Probleme durch Malschichtablösungen, Übermalungen oder Retuschen, alte Konservierungen mit Kleister, Harz und Wachs auf die Restauratoren. Zur Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister 2018 sollen die Großformate gesichert sein und in alter Pracht venezianische Malerei in Dresden präsentieren.

 

Die Restaurierungen wurden durch den Bund, die Schoof’sche Stiftung und die Ernst von Siemens Kunststiftung ermöglicht.

Beteiligte Institutionen