Hauptmann auf Hiddensee

Die Ostseeinsel Hiddensee liegt nicht nur abgeschieden vom hektischen Treiben jeder Großstadt, sie besticht außerdem durch landschaftliche Weite, atmosphärische Ansichten und das Meer. Der Dichter Gerhart Hauptmann (1862 –1946) besuchte die Insel ab den 1890er Jahren regelmäßig. 1930 erwarb er hier ein eigenes Haus, in dem er bis 1943 die Sommer verbrachte.

 

Nahezu so, wie der Dramatiker seine Arbeits- und Lebensstätte verlassen hatte, erlaubt das Gerhart-Hauptmann-Haus in Kloster intime Einblicke in Hauptmanns Kunstgeschmack; denn zum Bestand zählt eine aus ca. 70 Blatt bestehende Graphiksammlung. Der Dichter, der ursprünglich Bildhauer hatte werden wollen, regte besonders mit den frühen Arbeiten bekannte Künstler der Klassischen Moderne, wie Käthe Kollwitz und Heinrich Vogeler-Worpswede, zu bedeutenden Zyklen an.

 

Zu seiner Kollektion gehören Arbeiten der Klassischen Moderne: Emil Orlik, Johannes Avenarius, Ivo Hauptmann, Eggert Gustavs, Käthe Kollwitz u. a. sind vertreten. Porträts des Dichters, wie die Arbeiten von Spiro und Orlik, gesellen sich zu graphischen Auseinandersetzungen mit Hauptmanns Werk.

Die Sammlung zeichnet sich nicht nur durch ihren eigenständigen künstlerischen Wert aus sondern vermittelt zudem die intensive Nähe, die zwischen Hauptmanns Literatur und der Bildenden Kunst herrschte.

 

Durch die Unterstützung des Freundeskreises der Kulturstiftung der Länder konn­ten die einzigartigen Graphiken gesichtet und Schäden erkannt werden. Alle Blätter wurden auf Pappen aus säurefreiem Museumskarton aufgelegt, anschließend mit Seidenpapier abgedeckt. Lagerten die Graphiken bislang in Hauptmanns originalen Einbauschränken im Arbeitszimmer, konnte das Gerhart-Hauptmann-Haus durch die Förderung nun einen Graphikschrank erwerben, der die Arbeiten adäquat schützt.

 

Beteiligte Institutionen