Rettung historischer Schätze in der Sammlung Fotografie

Als Pilotprojekt engagieren sich vier Bündnispartner gemeinsam für die Sammlung Fotografie und neue Medien des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe. Die Museumsurväter Justus Brinckmann und
Alfred Lichtwark legten hier den Grundstein für eine der ersten fotografischen Museumssammlungen überhaupt. Der Bestand umfasst heute über 75.000 Werke, von den Anfängen des Mediums bis zur Gegenwart. Kollektionen von Daguerreotypien oder Gummidrucken aus der Zeit des Piktorialismus sowie Konvolute, beispielsweise von August Sander, machen die Sammlung einzigartig. Um ihre Qualität zu erhalten, bedarf es dringender Maßnahmen. Die Förderungen der drei Stiftungen ergänzen sich dabei nachhaltig:

 

Die Hermann Reemtsma Stiftung finanziert die Einrichtung einer Depoterweiterung und eines Studiensaales. Die unzureichende Depotsituation, vor allem Platzmangel und unsachgemäße Lagerung, erschwerten bislang eine konservatorische Sicherung der fragilen Objekte. Die Räume werden voraussichtlich ab Ende 2014 baulich instand gesetzt, eingerichtet und an die Klimaanlage angeschlossen. Der Studienraum ermöglicht Besuchern und Fachleuten, die Objekte im Original auch jenseits von Ausstellungen einzusehen.

 

Die Restaurierung von 400 Daguerreotypien ermöglicht die Kulturstiftung der Länder. Diese ersten fotografischen Zeugnisse sind von der „Glaskrankheit“ befallen: Die Zersetzungserscheinung führt zu Ausblühungen von Kupfercarbonat und Eintrübungen der Glasplatten. Die Objekte verlieren damit nicht nur an Brillanz, die Krankheit droht sich auch vom Glas auf die eingefassten Fotografien zu übertragen. Nach einer umfassenden Restaurierung der Daguerreotypien zieht der in Qualität und Umfang einzigartige Bestand in neue Aufbewahrungsräume um.

Der Förderschwerpunkt der Wüstenrot Stiftung liegt auf der Restaurierung einer Kollektion von 35 originalgerahmten Gummidrucken aus der Sammlung Juhl. Schäden, die durch die Rahmung selbst, durch unsachgemäße Lagerung, mechanische Prozesse, Ausdünstungen oder Alterung entstanden sind, sollen behoben werden. Zudem sollen die Originalrückwände durch säurefreies, archivgeeignetes Material ersetzt und die dort auf Etiketten oder Beschriftungen angebrachten historischen Informationen dokumentiert und gesichert werden.

 

Die Förderung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius unterstützt die Erschließung der Sammlung bis 2018, sowie die Online-Veröffentlichung der 9.000 wichtigsten Werke. Da die fotografische Sammlung aufgrund der Lichtempfindlichkeit ihrer Objekte zum größten Teil im Verborge­nen lagert, ist es umso wichtiger, die Bestände über die Website des Museums für Recherchen zugänglich zu machen. Das Museum für Kunst und Gewerbe ist damit das erste Museum in Deutschland mit einer digital zugänglichen Fotosammlung.

Beteiligte Institutionen