Restaurierung verloren geglaubter chinesischer Gewänder

Das Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim besitzt eine sehr bekannte, bis in die Anfänge des Museums 1845 zurückreichende ethnologische Sammlung. Einer ihrer Schwerpunkte ist das kaiserliche China, besonders die Zeit der Ming- und Qing-Dynastie (1368 – 1911). Die Sammlung geht in weiten Teilen auf Ernst Ohlmer zurück, der aus der Region Hildesheim stammte und zwischen 1868 und 1914 zunächst Inspektor, später Direktor des kaiserlichen Seezollamtes in China war. Neben kostbaren Porzellanen aus kaiserlichen Werkstätten, Jade- und Cloisonné-Arbeiten, ist insbesondere ein Konvolut von erlesenen Textilien von großer Bedeutung. Unklar ist allerdings ob diese auch durch Ernst Ohlmer ans Museum kamen oder anderweitig angekauft wurden.

 

Dieser Textil-Bestand wurde durch Löschwasser nach der Bombardierung Hildesheims am 22. März 1945 schwer beschädigt und galt in den nächsten Jahrzehnten als „Kriegsverlust“, bevor er in den 1990er Jahren wiederentdeckt, seitdem aber noch nie ausgestellt wurde.

Mit Hilfe der Herrmann Reemtsma Stiftung kann die Restaurierung gleich mehrerer dieser Gewänder durchgeführt werden: die Parade-Uniform eines hochrangigen Generals aus dem frühen 19. Jahrhundert; einer kaiserlichen Drachenrobe, die bei halboffiziellen Anlässen getragen wurde; eine Jacke mit Beinkleid sowie eine einzelne Jacke. Alle Kleidungsstücke sind aus Seide, z. T. mit Häutchengoldfäden (aus Blattgold, Tierhaut und Seide) gewebt und mit tausenden feuervergoldeten Nieten besetzt.

 

Die neu restaurierten Gewänder werden voraussichtlich ab Mitte 2017 in der Dauerausstellung „China“ des RPM zu sehen sein. Sehen Sie hier weitere Bilder: www.rpmuseum.de 

Beteiligte Institutionen