Gerhard Marcks’ zeichnerischer Nachlass

Gerhard Marcks (1889–1981) gehört neben Ernst Barlach und Wilhelm Lehmbruck zu den wichtigsten figürlich arbeitenden deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Dabei galt sein von den Nationalsozialisten als „entartet“ deklariertes Schaffen besonders in der Phase zwischen 1945 und 1981 als äußerst fruchtbar.

Seine Skulpturen gelten als Inbegriff einer aus klassischen Traditionen schöpfenden und zugleich modernen Formensprache. Grundlage dieses plastischen Werks ist ein reiches zeichnerisches Schaffen. Die Gerhard-Marcks-Stiftung verwahrt – neben ihrem Besitz an Plastiken – etwa 12.000 Handzeichnungen und 1.000 Blatt Druckgrafik des Bildhauers. Damit gehört das Museum zu den größten „Einkünstlersammlungen“ weltweit. Von den Zeichnungen, die circa ein Fünftel der auf 60.000 Blätter geschätzten zeichnerischen Produktion von Gerhard Marcks darstellen, gehören 7.000 Zeichnungen der Stiftung. Sie kamen zwischen 1971 und 1981, also noch zu Lebzeiten des Künstlers in ihren Besitz. Nach seinem Tod folgten 5.000 Blätter aus dem Nachlass.

 

Grundlage des plastischen Werks ist ein reiches zeichnerisches Schaffen – ein Konvolut aus etwa 12.000 Handzeichnungen, welches das Gerhard-Marcks-Haus in Bremen neben den Plastiken und Druckgrafiken seit 40 Jahren wissenschaftlich und konservatorisch betreut.

Bisher wurden die Zeichnungen und Druckgrafiken in nicht-säurefreien Zeichnungsmappen in Einbauschränken und Schubladenschränken verwahrt.

Da diese Schränke an einer nicht gedämmten Außenwand des Altbaus stehen, kann das Mikroklima in den Schränken nicht über das allgemeine Raumklima beeinflusst werden. Weiterhin sind die Zeichnungsmappen nicht angemessen vor Verstaubung, Lichteinfall und säurebedingter Zersetzung geschützt.

 

Da sowohl die verwendeten  Materialien als auch die architektonischen Gegebenheiten nicht den heutigen Standards entsprechen, unterstützt die Wüstenrot Stiftung das Gerhard-Marcks-Haus dabei, die 12.000 Handzeichnungen in säurefreie, staub- und lichtdichte Archivboxen umzulagern und so nachhaltig für die weitere Bewahrung zu sichern.

 

Mit Hilfe der Hermann Reemtsma Stiftung konnte zudem für diese einzigartige grafische Sammlung im Untergeschoss des Museums nun ein eigenes Depot erbaut und eingerichtet werden. Die räumliche Isolierung ermöglicht eine klimatisierte, dunkle und staubgeschützte Lagerung, wie sie für die empfindlichen Papierarbeiten wünschenswert ist. Ein als Schleuse gedachter Vorraum bietet außerdem Platz für einen Arbeitsplatz mit Spezialliteratur zu Marcks, an dem die grafische Sammlung in unmittelbarer Verbindung zum eigentlichen Depot auch wissenschaftlich erschlossen werden kann.

Beteiligte Institutionen